Die Patientenverfügung

Patientenverfügung

Grundlagen

Eine Patientenverfügung ist ein wichtiges Dokument, das in der Schweiz jedem ermöglicht, im Voraus festzulegen, welche medizinischen Maßnahmen im Falle einer schweren Erkrankung oder Unfall getroffen werden sollen, wenn man selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist. Mit der Patientenverfügung kann man bestimmen, welche Behandlungen man wünscht oder ablehnt, und auch eine Vertrauensperson benennen, die stellvertretend Entscheidungen trifft. Dieses Vorsorgedokument gibt Sicherheit – sowohl für die betroffene Person als auch für deren Angehörige und medizinisches Personal, indem es klare Handlungsanweisungen für kritische Situationen bereitstellt.

Formvorschriften

In der Schweiz muss eine Patientenverfügung schriftlich verfasst, datiert und eigenhändig unterschrieben werden, um rechtsgültig zu sein. Es ist auch möglich, das Dokument mit technischen Hilfsmitteln wie einem Computer zu erstellen, jedoch muss die Unterschrift immer handschriftlich erfolgen. Eine notarielle Beglaubigung ist nicht erforderlich, jedoch wird empfohlen, das Dokument regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren.

Gesetzestext: ZGB Art. 370 ff – Die Patientenverfügung

Inhalte einer Patientenverfügung

Eine umfassende Patientenverfügung enthält mehrere wichtige Elemente. Zunächst legt sie fest, welche medizinischen Maßnahmen der Patient in bestimmten Situationen wünscht oder ablehnt. Dazu gehören lebensverlängernde Maßnahmen wie künstliche Beatmung, Reanimation oder Dialyse sowie Entscheidungen zur künstlichen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr. Ebenso können Vorgaben zur Schmerz- und Symptombehandlung gemacht werden, um eine möglichst hohe Lebensqualität zu gewährleisten, auch wenn lebensverlängernde Maßnahmen abgelehnt werden.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Benennung einer oder mehrerer Vertrauenspersonen, die befugt sind, im Sinne des Patienten zu handeln, wenn dieser selbst nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Diese Person sollte die Wünsche des Patienten genau kennen und bereit sein, im Ernstfall entsprechende Entscheidungen zu treffen.

Zusätzlich sollte die Patientenverfügung präzisieren, in welchen Situationen sie angewendet werden soll. Dies kann beispielsweise bei einer unheilbaren Krankheit, im Endstadium einer schweren Erkrankung oder nach einem schweren Unfall der Fall sein. Das Dokument kann auch persönliche Werte und Vorstellungen enthalten, wie etwa der Wunsch nach einem würde- und schmerzfreien Sterben.

All diese Inhalte sollten so konkret wie möglich formuliert sein, um den Angehörigen und dem medizinischen Personal eine klare Handlungsanweisung zu geben. Eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der Patientenverfügung wird empfohlen, damit sie immer den aktuellen Wünschen des Verfassers entspricht.

Weitere Informationen & Vorlagen

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Pro Senectute

Vorlagen Patientenverfügung

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Alzheimer Schweiz