Ahnenforschung und Stammbaum

Stammbaum

Inhalt

  • Einführung

  • Vorbereitungen

  • Daten sammeln

  • Software

  • Webseiten

Die eigene Familiengeschichte entdecken

Viele Menschen interessieren sich im Alter verstärkt für ihre Wurzeln und möchten mehr über ihre Vorfahren erfahren. Die Ahnenforschung – auch Genealogie genannt – hilft dabei, die eigene Familiengeschichte zu erkunden und einen Stammbaum zu erstellen.

Mit alten Familienfotos, Urkunden und Erzählungen von Verwandten lassen sich erste Puzzlestücke zusammensetzen. Ergänzend dazu gibt es zahlreiche Archive und Online-Datenbanken, die bei der Suche nach weiteren Informationen helfen. Besonders spannend ist es, überraschende Entdeckungen zu machen, etwa über Berufe, Wohnorte oder historische Ereignisse, die die Familie geprägt haben.

Ein Stammbaum ist nicht nur ein schönes Erinnerungsstück für kommende Generationen, sondern stärkt auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Vielleicht gibt es sogar Verwandte, von denen Sie bisher nichts wussten! Auch können Sie den Stammbaum naürlich nicht nur für Ihre Vorfahren, sondern auch zur Darstellung der eigenen Nachkommen nutzen.

Möchten Sie Ihre Familiengeschichte erforschen? Dann starten Sie mit den Erinnerungen Ihrer Familie und nutzen Sie Hilfsmittel wie Kirchenbücher oder digitale Stammbaum-Programme. Viel Freude bei Ihrer Reise in die Vergangenheit!

Vorbereitung & Planung

Machen Sie sich vorab einige Gedanken was und wie Sie das Projekt Ahnenforschnung angehen wollen. Möchten Sie nur einen Stammbaum der näheren Vorfahren zusammentragen, dann können Sie einen Stammbaum auch einfach mit den üblichen Office Programmen Word oder Powerpoint erstellen. Wenn Sie aber umfangreiche Ahnendaten sammeln, verwalten, drucken und ggf. auch teilen möchten, dann empfiehlt es sich, dazu geeignete Software zu verwenden. Ein paar Beispiele werden hier weiter unten genannt.

Sprechen Sie über Ihr Vorhaben mit Verwandten, Sie können so Mitstreiter finden oder evtl. auf schon bestehenden Informationen zurückgreifen.

Informationen sammeln

Der erste Schritt zur Erstellung eines Stammbaums beginnt mit den Informationen, die bereits in Ihrer Familie vorhanden sind. Sprechen Sie mit älteren Verwandten, denn sie können wertvolle Erinnerungen, Namen und Geschichten weitergeben. Notieren Sie Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten, Wohn- und Bürgerort, sowie Wohnorte und Berufe Ihrer Vorfahren.

Sichten Sie alte Familienunterlagen wie Geburtsurkunden, Heirats- und Sterberegister, Stammbücher, Briefe oder Fotoalben. Auch Kirchenbücher, Zivilstandsämter und Archive enthalten oft wichtige Daten über vergangene Generationen. In einigen Kantonen wurden Kirchenbücher inzwischen digitalisiert und sind Online abrufbar, jedoch sind diese oft schwer zu entziffern. Teilweise findet man online auch Bürgerregister, die durch Referenzierung einfacher auszuwerten sind. Allerdings sind die Daten die online abrufbar sind nur von länger nicht mehr lebenden Personen möglich, da aus Datenschützgründen sichergestellt werden muss, dass keine Daten von noch lebenden Personen veröffentlicht wird. Auf Antrag und mit einer entsprechenden Begründung kann man auch bei Zivilstandsämtern nach Vorfahren forschen. Je nachdem können auch bei Erbfällen Informationen zu Vorfahren gewonnen werden, insb. wenn Familienzweige keine Nachkommen mehr hatten und das Erbe daher via frühere Vorfahren zugeteilt wird.

Online-Datenbanken und genealogische Vereine bieten zusätzliche Recherchemöglichkeiten. Dort lassen sich historische Dokumente, Passagierlisten von Auswanderern oder sogar alte Zeitungsartikel finden.

Je systematischer Sie Ihre Funde dokumentieren, desto leichter lässt sich der Stammbaum Stück für Stück vervollständigen. Wenn Sie umfangreiche Daten sammeln, nutzen Sie am besten eine spezialisierte Software zur Verwaltung:

Genealogie-Software

Stammbaum Erstellung

Kleinere Stammbäume lassen sich noch „händisch“ verwalten, also in einem Dokument oder mit Karteikarten und man kann sie auch noch von Hand z.B. in einem Office-Programm aufzeichnen.

Wenn allerdings Datensätze mit über 20-30 Personen zu verwalten sind, dann empfiehlt es sich, auf spezialisierte Datenbanksoftware zur Verwaltung und zum Druck von Stammbäumen zurückzugreifen. Im Folgenden sind einge davon erklärt.

Gramps

GRAMPS (Genealogical Research and Analysis Management Programming System) ist eine kostenlose und leistungsstarke Software zur Erstellung und Verwaltung von Stammbäumen. Sie wurde speziell für Ahnenforscher entwickelt und bietet zahlreiche Funktionen zur Erfassung, Analyse und Darstellung genealogischer Daten. Mit GRAMPS lassen sich Personen, Familienbeziehungen, Ereignisse, Quellen und sogar geografische Informationen verwalten. Die Software ist Open Source und läuft unter Windows, macOS und Linux und ist sehr leistungsstark, benötigt allerdings auch einiges an Einarbeitungszeit. Gramps gibt es als Programm zur lokalen Installation, als Portables Programm (z.B. auf USB Stick) oder als Web-Version und bietet viele Exportmöglichkeiten. https://gramps-project.org/

Ahnenblatt ist eine intuitive kommerzielle Software zur Erstellung und Verwaltung von Stammbäumen, ideal für Einsteiger und erfahrene Genealogen. Die benutzerfreundliche Oberfläche ermöglicht eine einfache Erfassung von Familienmitgliedern, einschließlich Geburts-, Heirats- und Sterbedaten. Zudem unterstützt Ahnenblatt den Export in Formate wie PDF und GEDCOM, sodass sich Daten leicht weitergeben und archivieren lassen. https://www.ahnenblatt.de/

Stammbaumdrucker ist eine leistungsstarke kommerzielle Software zur Erstellung und Gestaltung von Stammbäumen in großer Detailtiefe. Sie ermöglicht die Erfassung umfangreicher genealogischer Daten und die flexible Darstellung von Familienbeziehungen. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, große Stammbäume ohne Begrenzung auf Seitengröße zu drucken. Die Software unterstützt den Import von GEDCOM-Dateien und bietet zahlreiche Anpassungsoptionen für Layout und Design. https://www.stammbaumdrucker.de/

Da sich Stammbaumdrucker insb. sehr gut für den Druck umfangreicher Stammbäume mit schönen graphischen Darstellungen eignet, kann man die Verwaltung auch über GRAMPS machen und die Daten zum Druck dann via GEDCOM Export-Import in Stammbaumdrucker importieren und so ausdrucken: Beispiele

 

Genealogie-Webseiten

Kommerzielle Webseiten

Kommerzielle Genealogie-Websites bieten eine einfache Möglichkeit, die eigene Familiengeschichte zu erforschen, ohne selbst Archive durchsuchen zu müssen. Sie stellen umfangreiche Datenbanken, hilfreiche Werkzeuge und oft auch DNA-Analysen bereit, um Verwandte zu finden und Stammbäume zu erstellen. Viele dieser Plattformen sind kostenpflichtig, bieten aber oft einen großen Mehrwert durch ihre professionellen Angebote.

Beispiele für bekannte Genealogie-Websites sind Ancestry, MyHeritage, FamilySearch und Findmypast.

Beim Nutzen kommerzieller Genealogie-Websites ist es wichtig, auf den Datenschutz zu achten, da persönliche Daten und genetische Informationen gespeichert und unter Umständen auch mit Dritten geteilt werden können.

Websiten von Privaten und Vereinen

Genealogie-Websites von privaten Personen, Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen verfolgen meist das Ziel, Wissen frei zugänglich zu machen und den Austausch zwischen Forschenden zu fördern. Im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern stehen hier Zusammenarbeit, ehrenamtliche Arbeit und der offene Zugang zu historischen Quellen im Vordergrund. Oft bieten solche Seiten Foren, Datenbanken, Publikationen oder regionale Spezialinformationen zur Familienforschung.

Diese Angebote eignen sich besonders für Einsteiger und Fortgeschrittene, die kostenlos oder gemeinschaftlich an ihrer Familiengeschichte arbeiten möchten.